Ecstatic Dance bei MDR KULTUR

Tanzend zusammenkommen!

„Verloren sei uns der Tag, wo nicht ein Mal getanzt wurde!“ schrieb Friedrich Wilhelm Nietzsche einmal, aber leider ist es bei den meisten Menschen so, dass sie mit zunehmendem Alter immer weniger tanzen und, wenn es nach Nitzsche ginge, sich viele verlorene Tage ansammeln.

Eine weltweite wachsende Bewegung könnte das ändern, denn beim Ecstatic Dance sind alle Altersklassen willkommen. Yvonne Strüwing hat mitgetanzt und fordert zum „Tanz“ auf.

 

Mr Musa und der Tod

Mr Musa sitzt jeden Morgen am Tisch des kleinen familiären Thai Gästehauses und grüsst alle Menschen, die aus ihren Zimmern kommen. Er sitzt da, grüsst und sucht. Wann immer jemand ihn ansieht, nutzt er den Wimpernschlag einer Verbindung und erzählt etwas.

An einem Morgen kommt er zu mir herüber. Er fragt mich, ob ich mit ihm zum Flussufer laufen möchte. Wir laufen los. Er erzählt mir, dass er diese Gegend mag, weil hier so viel Leben ist. Ich verstehe ihn so gut. Ich landete hier zum ersten Mal 2012, auf meiner ersten grosse Reise alleine. Ich ging durch diese Gassen viele Kilometer mit meinem Herzen spazieren,  das einem zerhackten Tofuthaicurry glich und brauste suchend durch das grosse Bangkok in dem Karmataxi (klick für die Story hier). Mein Herz ist seitdem wieder zu einem grossen Ganzen mit Klebestellen geworden, manchmal wird alter Schmerz noch aktiviert, aber generell  ist es mehr bei sich angekommen. Jetzt gehen wir mit Mr Musas Herz spazieren. In diesem Viertel, wo ich 2012 schon war, hat sich in den letzten Jahren scheinbar nichts verändert. Das Gewusel auf dem Markt, der sich am Wasser entlang schlängelt ohne Ende in Sicht, die Muttis hinter den brummenden Garküchen, die Kids, die in Schuluniformen Süssigkeiten kaufen und aufgeregt an den Gehwegen hocken, neben ihnen getrocknete Chilis für den Verkauf, Katzen, die neben, vor und auf den Reissäcken hocken, die zwitschernden Vögel, der Geruch nach Räucherstäbchen, Fisch und Orangen, die Lampions in den raschelnden Bäumen, die Gesänge, die im Sonnenuntergang aus den Tempelanlagen heraus schwappen. Oberflächlich gleicht dieser Khet, einer der 50 Bezirke Bangkoks, dem von 2012, aber natürlich hat sich hier alles verändert. Alles.

Mr Musa und ich kaufen pinke Nudeln, Erdnüsse und Sprossen und sitzen auf einer Bank am Fluss. In zehn Minuten wird unser Essen im Magen sein, der es dann zersetzt und irgendwann landet es wieder in der Erde, da wo wir alle herkommen. Der Blick aufs fliessende Wasser macht klar, dass alles in Bewegung ist und damit in Veränderung.  Die schwimmenden Plastiktüten zersetzen sich Stück für Stück, der Fisch wird an den Plastikpartikeln ersticken oder gefangen werden und auf den Grill kommen oder eines natürlichen Todes sterben. Er stirbt wie wir alle sterben werden. Ja wir werden alle, alle sterben.

Perel singt in ihrem Song Alles:

„Ein Haus, ein Zaun, der Vogel erstickt, die Zeit, der Raum, nichts kommt zurück (……….) auf einem Hof, ein Herz zerbricht. Alles, was war, wird nie wieder sein, und alles, was ist, ist stets vorbei.“

Nichts bleibt wie es ist trotzdem möchten wir Zeit an-, und Menschen, Geschichten und Besitztümer oft festhalten.  „Dieser Moment soll niemals enden“ hören wir uns sagen. „Diese Liebe soll nie zu Ende gehen.“ Wir schwören uns, zusammenzubleiben bis der Tod uns scheidet. Manche ziehen das durch, andere nehmen schon vorher die Ausfahrt woanders hin. That’s life. Wer krampfhaft festhält, der leidet. Auf meiner Reise begegne ich immer wieder dem Konzept von attachment und detachment – Anhaftung und Ablösung. Das gibt es im Buddhismus und auch in der Yoga Philosophie, in den Sutras des Patanjali.

Um weniger zu leiden, sollte man lernen zu lieben und gleichzeitig loszulassen. Eine höchst anspruchsvolle Kunst.  Wer sein Leben 50 Jahre lang mit einer Person geteilt hat, der kann sich nicht mal eben so ablösen. Oft ist man da verschmolzen wie zwei Sandwichscheiben, ist zu einer Symbiose mutiert. Deswegen ist es wichtig, diesen Weg innerlich im Hier und jetzt zu starten während der, die, das, was wir lieben noch da ist. Man liebt durch Ablösung nicht weniger. Man kann sich trotzdem mit ganzem Herzen einlassen. Full Power.

(Auf meiner Reise durch die Welt und Spiriszene traf ich nicht wenige Menschen, die dieses Konzept der Ablösung als Ausrede dafür benutzen keine stetigen Beziehungen mehr zu führen und von einem Menschen zum nächsten zu hüpfen, sie werden so immer einsamer und disconnecteter –  so ist detachment nicht gemeint).

Unser Leben ist wie eine Brücke. Mit Anfang und Ende. In der Mitte bleiben wir oft „stehen“, bauen Haus und oder Karriere auf,  halten uns krampfhaft am Job fest, gerade weil man uns vermittelt jederzeit austauschbar zu sein, wir gründen vielleicht eine Familie, legen uns Autos zu, einen grossen Garten, kaufen Klamotten und noch mehr Klamotten und ganz viel Technik, neue Technik, immer neue Technik  und ignorieren, dass das alles schon Morgen vorbei sein kann und definitiv in einigen Jahrzehnten vorbei ist.  Wie ein sturer Esel wollen wir uns von der Mitte des Lebens nicht wegbewegen und nicht Älterwerden. Wir retuschieren Fotos und spritzen uns Zeugs ins Gesicht. Trotzdem werden wir älter und steuern auf das andere Ende der Brücke zu. So viel ist sicher. Mit der Theaterregisseurin Jessica Walker aus Barcelona  habe ich auf ihrem Festival in Indien eine Meditation zum Tod gemacht. Sie sagt: „Nacemos, crecemos, nos desarrollamos para desaparecer.“ Wir werden geboren, wir wachsen, wir entwickeln uns, um zu sterben.”  Es war meine intensivste Woche auf meiner Reise. Hier geht’s lang zum Text über diese Erfahrung.

Meditation über den Tod mit Jessica. Foto von Gonzalo Santos – https://gonzalosantos.com.ar

Im Buddhismus nennt man die Unbeständigkeit der Dinge „Anicca“. Alles befindet sich im Fluss, alles ist vergänglich. Aber wann immer die Vergänglichkeit zuschlägt, ist es zu früh für uns. Deswegen lehrt der Buddhismus uns im Moment zu leben, die Menschen um uns herum wahrzunehmen. Im Bus, im Zug, in der Kaffeebar, in der Arztpraxis. Ihnen zuzuhören vor allem den Älteren und  Mitgefühl und Liebe zu kultivieren.

Wir alle gehen den Weg auf der Brücke in erster Linie alleine und damit sind wir nicht alleine. Wenn wir das checken, gibt es eine Chance für echte Connection.

Ich kehre mit Mr Musa zurück zum kleinen Gästehaus. Am nächsten Morgen spreche ich mit Heidi, eine niederländische Künstlerin in meinem Alter, die im Zimmer nebenan wohnt.  Sie erzählt mir, dass sie Mr Musa vor einer Woche auf der Strasse traf. Er wirkte verloren und sprach sie an. Sie spazierten einige Meter zusammen bis Heidi vor dem kleinen Gästehaus stehen blieb. Er fragte sie interessiert, ob sie ernsthaft da gut wohnen könne. Sie sagte „Ja natürlich: es ist familiär und herzlich hier“.  Mr Musa, der ein Arzt aus Malaysia ist und der reichen Schicht angehört, war bis zu dem Tag in einem luxuriösen Fünf Sterne Hotel einquartiert, das er nur wenige Momente später verliess, um auch in diesem einfachen Gästehaus zu leben. Er erzählte Heidi, dass seine Frau vor zwei Jahren gestorben ist und dass er seitdem so einsam ist. Sie fehle ihm so sehr. Seine Einsamkeit wurde durch das anonyme unterkühlte Fünf Sterne Hotel in Bangkok noch verstärkt. Hier sprach man nicht mit ihm als älteren“fremden“ Alleinreisenden. Schon gar nicht, weil er eben etwas traurig aussah. Hier sass man stattdessen aufgemotzt wie auf einem Werbeplakat an der Bar, auf den schicken Bildschirm des I-pads starrend. 
Und während Heidi mir das erzählt und ich schon wieder Tränen in den Augen habe, kommt Mr Musa vom Markt zurück, um mit der Thaifamilie des Gästehauses zu beten und Mittag zu essen. Er packt noch ein Kartenspiel auf den Tisch und sieht zufrieden aus in dieser Gemeinschaft.  Die permanente Anwesenheit der abwesenden Ehefrau legt eine Pause ein:

Mr Musas Herz lässt sie los und liebt sie weiter…

 

Mucho Love, Yvi

Eco Fashion for education! Tess and her Love Stories

Imagine you buy new clothes, nobody gets harmed and  you make not only yourself, but a lot of people happy with that. It is possible. With the earth friendly Love Stories Market in Ubud. Tess from New York left wall street and now runs this shop that sells eco and fair fashion in order to support education. 

And yeah we know: The textile industry is one of the most dirtiest businesses in the world. People and nature get exploited. But still although we know the dirty reality, it is hard to stay away from buying a new nice dress, a funny shirt whatever. Our ignorance “protects” us from having a bad conscience. Craving for cheap clothes in the „dress for the moment style“ is stronger than facing the suffering that it behind the fancy new sneakers for the next party.

I always loved fashion. It is hard for me not to look at it and not to buy something. I know that many people are same. But many of us from middle-class to the rich people of course have the choice what to buy. I constantly get triggered by colours, shapes, structures, designs and lately when I saw the new collection of a big global chain I wanted to have half of it now. As this collection is copied from clothes from 20 years ago, I calmed down and instead of consuming this new stuff, that was mostly produced in sweatshops under slavery conditions, I checked vintage shops. I tell you it is all already there. You get beautiful unique pieces. In shops in your city or online. On top you are not running around with a coat that every third person will be also wearing this season. Same with Tess and her Lovestories Market in Ubud. They do special unique fashion. She has upcycled clothes and new fair and eco fashion.  I ran into her place, because of an extravagant violet dress that was hanging in the shop window. As I bought it, I did not have to have such a bad conscience.

A bit creased from my backpack travels but still lovely. In Ubud where hardly one says nice things about your look this dress got a lot of attention.

 

Tess told me that the profit goes into two preschools in Bali that she is supporting or better said the preschool are the reason why she opened the shop: With the money, underprivileged children get the eduction they deserve. Fashion for education! I spoke with Tess about it: 

Yvi:  Tess, what brought you from New York to Ubud?

Tess: My need, my wish and my dream to do community service. I wanted to take a break from my job at wall street and thought I will give it a shot for a year, but it has been two years and I am still here.

Yvi: Wow: From Wall Street to fair fashion…

Tess: I am doing fair and eco fashion combining sustainable fashion and giving back the community.

Yvi: When did this start?

Tess: First when I came here I was volunteering at a school, and after I saw that there is so much need in the school, founded by a very strong woman, who is a revolutionary in the preschool education, that we could help her more if we have more funding.  So instead of me just giving my money and my friends money into the school, we thought we open a shop to gather with women who believe in fair &eco fashion as well that we would be able to raise fund by donating the profit to the school.

Yvi: I just bought a beautiful violet dress, the profit goes into the preschool give me details.

Tess: When you buy:  so the price, minus salary, minus operational cost, production cost equals profit. And that profit goes into the school.

Yvi: How do you bring such a dress to life?  

Tess: I come from New York, so fashion is natural for me, but I also wanted a change, fashion to be earth friendly that I can look beautiful without harming the environment and without harming the people who make it. And it is possible. I designed the dress. The way we design your dress is simply just looking at this beautiful handwoven plant dyed organic cotton and we thought: “How can we make this look so beautiful on someone without destroying the pieces of that beautiful fabric?” We work with two workshops in Gianyar,  a little bit outside Ubud, they follow sustainable practices and the one shop that does natural dying was the one who made your dress. They have handweavers on the spot, doing all this and they also have natural dyers, these are men, the weavers are women, and they do everything in that one workshop by hand.

Yvi: I bought the dress and I saw was only 1 of it, are there more?

Tess: We like to make one of a kind. It is special – apart from the fact that our pieces are handwoven, no nothing really looks alike, because if you use chemicals and machines, they of course will lookalike, but with what we have we use hands and the hands cannot duplicate. So your dress is very special and we like that everything you buy in the shop is very special.

Yvi: You also make pieces from pure silk.

Tess: Yes. Because it is the most luxurious and we love handpainting them. And when we create the art for the hand painting, there is a meaning in every art. All our silk designs are made out of nature and out of what we see in Bali.

Yvi: You also have a nice selling concept outside Bali

Tess: We do pajmaparties. I go twice a year to America and I hold pajamaparties with women who have money and I thought maybe they will never buy. Because why would they buy if they can afford the designerclothes,  but surprisingly they notice that we make sustainable fabric very sexy.

Yvi: How do you live – you get also a little bit of money from all that?

Tess: No I don’t  – I am living from my savings at the moment. I actually give more then my own savings.

Yvi: Thank you so much, all the best! 

Tess: Thank you too for spreading the message.

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You find Love Stories Market in Ubud opposite of Paradiso and a brand-new shop in Canggu. Check their Facebook for exact details.

 

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Sam & Jett: 1 to 1 Love

In the jungle of Ubud, the hot spot where free love rules and detachment challenges are on a daily schedule, I met a young couple that committed to each other 1 to 1  and got married. Samantha and Jett from Canada. They know each other since 11 years, since 5,5 years they are a couple and since 8 months they are married. As they are so happy I spoke with them about their relationship, the necessity of opening up, speaking about values and how to share emotions and feelings in order to grow together. Before they got married they did a test if they really match. They went on a long hike…Last week on Ecstatic Dance between all the free spirits I saw a couple dancing with each other from the beginning until the end and they could still breathe. They were over 80 and in bliss. Pure freedom can also be achieved when you fully engage with someone. But for this some inner work is needed, some courage, trust and the will to make a choice. I see Jett and Sam going the same path. Enjoy reading their story. Mucho Love, Yvi

Yvi:  What is really astonishing for me, you look so happy as if you would have met 2 weeks ago.  How do you do your relationship?

Jett: You gotta be honest and tell them exactly how you feel when you feel it, that is when your emotions are true. And if you hold a grudge and you let it wait your emotions will get clouded and you forget why you are actually angry. So it becomes lost anger. You can’t get over.

Sam: We can tell each other in the moment how we feel with kind words and talk through it.

Yvi: You are so young.  How did you learn to talk to each other in this mature way?

Sam: For me I was very quiet I hold a grudge if I was angry, giving the silent treatment, but he always pushed me to be open when we talked about what’s wrong. He had no judgement around that. You know when I did tell him how I was feeling, he would not get angry at me, he is like “Ok I see your perspective, but this is not really what I meant.” Or maybe it was a misunderstanding. Or maybe we do butt heads, but why does that have to be a problem, can we agree to disagree? Does it have to be a huge deal? Like put some perspective on it and see it from a bigger point of view.

Yvi: Many people I meet, have problems getting access to their emotions and they are running away, sometimes without even noticing it and they are older than you are. Jett why are you so open to your emotions, why can you feel them so well and allow them to be articulated in your partnership?

Jett: I do not wanna hold a grudge on myself so… that is a good question..

Yvi: What about your parents, have they taught you that it is an important instrument for relationships that you learn to feel and express your emotions?

Jett: My mum, she is a wonderful happy lady, but cross her line she is gonna tell you exactly where you went wrong and why she doesn’t enjoy how you acted. So I kind of learned from that: Gotta tell it how it is and don’t hide anything, because then you are just hiding who you are. That is not honest. Being dishonest is not only to yourself, but to everyone else around you.

Yvi: Are your parents still married?

Jett: No.

Sam: No. My parents divorced when I was 10. Until then I had a quite picturesque childhood, a happy family but then there was a lot of arguing, unpleasant in the house, a lot back and forth I think I learned a lot from their mistakes, and what not to do in a relationships and one of my friends had a very picturesque childhood her parents never fought they were so kind to each other, I saw that and I thought that is what I want. I have to be kind to my partner and not use harsh words to my partner

Yvi: That is interesting, because many children that come out of divorced families they are repeating what they saw at home. You are not repeating at all and on top you were sure to marry.

Jett: Oh yes. I put a lot of thought into my actions, I ponder before I act. Where else that would be impulse and that is very bad… You know when you are going to a store and when you don’t think about what you wanna buy, you buy something and then you realize that you don’t need it. You gotta be sure of something before you act, where else it has no meaning to it!

Yvi: Your parents are divorced, but why did you choose to get married?

Jett: Because I saw that it is really important to Sam to marry and I realized I wanna be with her forever and I should get married if that is what it takes to keep her then I do that for her even though it really wasn’t a part of my believe. I did not see marriage a needed thing to keep a relationship, but for her believes it is very important, so I just wanted to make her happy and also make myself happy along the way too.

Yvi: How was your wedding?

Jett: Very beautiful, one of the best days of my life, if not the best day of my life, because we were really bringing all these people around, really show support on who you are marrying and who you love, especially of  – You guys are sure, then your family is going to be sure on it, because you can see that you are unhappy. They don’t want you to be unhappy, so being sure, really shows them that you are actually happy and they are ok with that. And really teaches them to grow to love the person. If they love you then make them love them the people you love too.

Yvi: How do you feel after having married?

Jett: I feel the same.

Yvi: In Germany before they marry they have a day when they get T -Shirts and on it are sentences like: “Last day in freedom”. Do you still feel free?

Jett: Yes, she let’s me breathe, she lets me run, I run into the forest and I always wanna come back.

Sam: He is hanging around with his bros and planning a trip alone to South America without me and that is fine. I know he will come back to me and be faithful.

Yvi: You have your values like being faithful, did you talk about it what exactly your values are?

Sam: Before we got married that was a really big thing for us we had to make sure that our values are aligned, because I can tell why it did not work out for my parents which values were not aligned. For me marriage was so important, because I grew up in a Christian home and another thing was bringing up one day children or having a family together how we will raise them, in which religion or spirituality we will bring them up in. Until we could not figure out or align that value I could not move forward any further with that relationship, but then we both figured out a way we are both happy with, moving forward with those sorts of things. We knew that we will be happy together if we would do it this way that we agreed upon.

Yvi: Have you been discussing more about a particular value?

Sam: Before marriage for me it was religion. How to bring up our children. I am Christian and Jett you wanna share your believes?

Jett: Yes, I am Native American so everything is from the earth, god is all around, even though we don’t call it god. It is the great creator Kisemanto we call it. I realized, all religions even if their rules are different, they all believe in one thing the Higher Power, I was able to agree with Sam on her religion even though she was not able to see mine all the time.

Sam: We sometimes disagree about certain things, but we did agree to pray, mediate, connecting spiritually and we celebrate Thanksgiving.. that was enough for me to move forward with our relationship.

Yvi: Is it always easy peasy or do you also have fights?

Sam: We definitely have disagreements, but I think most of the time they come around when we spent too much time together. We just need to have a lone time. Sometimes we do butt heads, but we never yell or throw harsh words at each other, because we know that this is just damaging.  When we do get frustrated with each other, we kind of take a step back and ask: “Ok why is this happening, what is the problem here, do we really need to be arguing about this, because usually it ends up about something like “Oh you didn’t do the dishes, I have been doing the dishes all week, Do you think maybe you could put in some effort?” And then actually he is like: “You know I did the dishes, but maybe you did not see me doing it, maybe you feel like overworked, maybe you can take a step back and relax.” And I am like: “Oh ja, I did have a busy week, sorry I am taking out my anger on you. I just need some time for myself, some time alone or some selflove.” There is usually a reason for your actions. You have to take a step back and see “Ok what is going on here behind the scenes!”

Yvi: Have you ever gone to bed with a fight?

Jett: No, gotta get it out right then and there. Where else you wake up angry and then that ruins your whole day.

Sam: When we went into our marriage we said: “We are not going to bed angry at each other”. But last day we had a silly fight & went to bed. I turned around in bed, huffing and puffin like “och I am angry about something silly”, but 3 minutes later he tapped me on the shoulder and said: “Ok, but remember we said we would not go to bed angry at each other. So can we forgive each other and move past this?” And I said: “Yes, we can. Good night.”

Jett: My mum always tought me that you have to keep a promise.  Promises are bonding so you can’t break them. That is why she does not promise so much for anything, cause she might break it, but marriage is a big promise, you gotta learn to keep that. It is a big step, that is why you really have to think about it before you marry someone. Where else you find yourself marrying the wrong person all along, that is gonna break a promise, that is gonna hurt you in the long run, hurt your dignity and your selflove and your partner.

Yvi: On my journey I have seen many couples that did not seem to be so happy being with each other. At dinner starring with grumpy face at their smartphones, having arguments at the beach, discussions in the rice fields about together and lonetime, they come home again and maybe split up. As a couple you have many tests in holiday and in daily life. Where did you check if you are getting along really well?

Jett: 3 years before the wedding, we went on a hike on he west coast trail on Vancouver island, it is 76 kilometers and  we did that hike to show all our emotions, because you get frustrated with yourself, with the actions around you and it really teaches you about each others emotions. And you come to terms to realize that these are my problems, not hers. So I should not make it her problem and I learned to deal with it myself.

Yvi: It is always this “Come back to yourself”, when emotions are arising.

Sam: Yes, and not to blame somebody else, take responsibility for your actions and emotions. When we did that hike there was no social media, there is just you and that person and this long trail the journey ahead and this heavy pack and walking all day. You have to keep the mental positivity going in your head, because it can become stressful and you really see the other person in their weakest moments.

Jett: On the trail I noticed how some other couples treat each other. It really teaches you how you don’t wanna act, so when the times comes that you are feeling a taff situation, just reflect on how sad it made you feel seeing  how other people treat each other with the aggression that really only comes from their own stress level and nothing else caused by their partners. You gotta…

Sam: Harness those inner emotions. For both of us it was a lot learning from other peoples behavior towards each other. Really take that in and look at yourself and where you can change and grow. We are seeing each other things when we talk to other people, and then we talk to each other like: “Oh you are maybe a little bit harsh?” We say: “Okay I am gonna work on that and try not to be that way, or can you give me a gentle reminder if I do start acting that way to be my best self?” It is a work in progress.

You can choose to be still a good person in that weak spot. You see this person in their rawness, and love this person. It was great encouraging each other and uplifting like “We make it, it is going to be fine!” You know you have your doubts like „How we gonna make it, the trail is so long“, but we just keep going pushing each other forward and then this was when we knew it is gonna be good.

Yvi: What are your plans?

Sam: When we come home we wanna safe up for our first home and we are starting our careers. Jett is a chef and I am a health coach and personal trainer. We wanna go our own ways. Jett wants financial freedom, that we can do what we really wanna do and love in life and start a family.

Yvi: Paint a picture! Where is home?

Jett: My tribe is Mikesew Cree and we come from the Athabasca area, bit I was born in Edmonton Alberta, which is 4 hours south of it. I kind of grew up all over western Canada, always moving as a child, which is where my need for travel came from, but on this travel trip now that we are actually out here traveling I come to realize that Home is the best place. I really love it back in Canada. I don’t think I can ever get the connection to any of the land anywhere else than at home, because it is just ingrained in me. It is very beautiful.

We wanna build an Aframe House, have a little piece of land on the mountain.

Sam: We wanna host people from around the world and cook for them and help them hike in the mountains.

Jett: We want to have 2 children of our own and then adopt a third native American baby to give them a chance in life, because in Canada they really are repressed people. Lot’s of them growing up without ever having a chance to experience the world for what it is, wanna give them the opportunity for that and also teach my culture to these children, they never get the chance to actually learn it, because they are grown up in such a hard life that they kind of deny it or ignore the fact of what they are. I wasn’t raised like that, but that is how people treated me as if I was some lesser and my culture just some primitive way that should be extinct, but then the more I learned about it the more I realized that it is really my believes, so made me more connected to it and wanna teach our kids that way and raise them to love themselves along with other people.

Müllfrei Reisen mit den Katzenbergers

Am Ende eines Tages bleibt auch mal eine leere Dose Sprite übrig bei der Familie Katzenberger. Die vierköpfige Familie aus Österreich ist nicht perfekt, aber sehr bewusst unterwegs. Sie lebt so gut wie müllfrei, besonders auf Reisen, da das Reisen an sich schon genug umweltschädlich ist. Franziska und Flo haben daheim in Österreich ihr Hab und Gut verkauft und sind seit einem Jahr in Asien unterwegs mit ihren Kindern Oskar, 5, und Luise, 4. Sie arbeiten vor Ort und unterstützen Umweltprojekte. Von Thailand ging es nach Malaysia: von Penang nach Borneo und über Singapur nach Indonesien. Und hier in Canggu beim Beach Clean Up traf ich die Familie. Zusammen mit Green Me Away und Trash Hero Canggu haben wir mit 30 Leuten 500 kg Müll am Beach gesammelt in nur zwei Stunden. Ganze Hausräte lagen hier meterhoch im Sand und im Gebüsch herum: 434 Flip Flops, 349 Plastikwasserflaschen, 34 benutzte Babywindeln, klaro: 744 Strohhalme und unfassbar viele Zahnpastatuben. Indonesien ist der zweitgrösste Plastiksünder der Welt.

Franziska und ihre Familie beim Beach Clean Up

Viele Balinesen haben noch kein Bewusstsein für Plastik und Müll, denn bis vor einigen Jahren war fast alles kompostierbar. Nun werfen sie auch Plastik und co neben die Palme, als wäre es organisch. 130000 Tonnen an (Plastik)Müll fallen jeden Tag an, die Hälfte davon wird ins Meer und in die Landschaft geworfen. In Bäche, vor/ neben/ hinter den Häusern,  in Gräben, Palmenfelder, vor die Reisfelder, zwischen Fischerboote, auf Friedhöfe und einfach an den Strassenrand, wo die Versuche, all das zu verbrennen, oft nur halb gelingen. Angekokelt liegt der Müll dann herum. Einige Balinesen, die begreifen, dass ihre Insel am Limit ist, bitten um Hilfe. Die Regierung schaut weg, private Firmen wie Eco Bali versuchen Schadensbegrenzung zu machen, indem sie einen Teil von der Urlaubsinsel runterbringen und recyceln.

Auf Bali wird die Situation besonders heikel, da mehr und mehr Urlauber ein Stück vom Paradies haben wollen.  Zu den Einwohnern kommen noch über fünf Millionen Touristen jährlich. Wenn man bedenkt, dass Bali kein richtiges Müllverwertungssystem hat, versteht man auch, dass jeder Strohhalm, jede Plastiktüte und jede Plastikflasche, die man konsumiert, zuviel ist. Ich sehe hier auf Bali leider viel zu wenig Bewusstsein für dieses ernste Problem, das so präsent ist, wenn man mal hinsieht. Touris lümmeln mit Strohhalmen am Strand von Uluwatu rum, abends brennen die Dinger hinter den Warungs. Ich verstehe, dass Menschen im Urlaub es sich gut gehen lassen wollen, aber das geht auch ohne Strohhalm und co. ..den Papayasaft kann man tatsächlich auch einfach so trinken, oder?

Familie Katzenberger ist ein tolles Beispiel, wie man sein Verhalten ändern kann.  Das Besondere an den vieren ist, dass sie keinen Zeigefinger erheben, sondern selbst etwas ändern, mit anpacken und auch noch Spass dabei haben wie beim Beach Clean Up in Canggu.

500 Kilo Müll am Strand bei Canggu in 2 Stunden gesammelt

Interview – als Audio weiter unten:

Yvi: Oskar und Franziska, es ist wunderbar euch hier zu treffen.

Franziska: Es ist auch schön, dich zu treffen.

Yvi: Wie ist denn der Beach Clean up gewesen, hast du etwas besonders gefunden Oskar, wo du dachtest, was macht das denn hier am Strand?   

Oskar: Ja ich haben einen Kuschelbären gefunden. Die Mama hat einen Trage und mein Papa hat einen Rollerreifen gefunden.

Yvi: Wahnsinn, und was denkst du denn, wenn du so Sachen am Strand findest?

Oskar: Ich denke: „Hä, das kann man doch nicht einfach wegschmeissen, das ist doch zum Kuscheln.

Yvi: Franziska, das war nicht euer erster Beach Clean Up, oder?

Franziska: Nein wir gehen regelmässig zu Beach Clean Ups mit den Kindern zusammen.

Yvi: Wo war es denn richtig krass auch, ich finde es total heftig, deswegen bin ich aktiv geworden. Wie ist es für Dich, was hast du gesehen?

Franziska: Für uns war es auf Borneo ganz schlimm. Weil es da kaum jemanden gibt, der irgendetwas macht oder es gibt. Oder es gibt auch Plätze da ist keiner und da wird der Müll einfach angespült und liegt dann einfach dort. Das war schlimm für uns. Weil wir auch da gewohnt haben uns unser Job da auch, war den Strand zu reinigen, an dem Strandabschnitt, wo wir gewohnt haben.

Yvi: Ihr seid ziemlich speziell unterwegs, ihr versucht so wenig Müll wie möglich zu machen, das clasht total mit dem, was ich hier in Bali sehe, wo junge Familien sind und gerne den Food Lieferservice benutzen drei Mal am Tag, geschnitten Melone kommt in Styroporboxen geliefert und ihr macht  fast das komplette Gegenteil fast Zero Waste?

Franziska: Unser Ziel ist ja überhaupt keinen Müll zu produzieren. Wir nennen das Müllfreireisen.

Yvi: Wie funktioniert das?  

Franziska: Es ist auch ein bisschen wie zuhause.

Oskar: Und keine so viele Flieger basteln..

Franziska: Papierflieger basteln, da haben wir noch keinen Riegel vorgeschoben….Man muss gut vorbereitet sein und ganz oft nein danke sagen zu vielen Strohhalmen, die man bekommt, wenn man ein Getränk bestellt, zu Styroporboxen beim Essen zu Plastiksackerln,

Oskar: Manchmal haben Leute gesagt „ich tu keine Strohhalme rein und dann haben sie es glaube ich vergessen und Strohhalm reingetan“.

Yvi: das hatte ich auch. Das ist ganz schwer aus den Köpfen heraus zu bekommen und aus dieser Handbewegung, die immer automatisch in jeden Fruchtsaft einen Strohhalm reinpackt.

Franziska: Es klappt leider nicht zu hundert Prozent, aber für uns ist Zero Waste ein Weg, den wir zusammen gehen, das heisst wir sind nicht perfekt, auch reisen ist ja an sich nicht besonders umweltfreundlich und deswegen tun wir vor Ort, das, was wir können. Das heisst wir versuchen gar keinen Müll zu machen, gehen zu Beach Clean Ups und versuchen uns mit Organisationen zu verbinden, die einfach ganz viele gute Sachen machen. Zum Beispiel auf Bali.

Yvi: Wann ist die letzte Situation gewesen, wo du nein gesagt hast…es gibt ja die 5 Rs, Refuse ist das erste..

Franziska: Die 5 R sind auf Englisch eben, Refuse, Reduce Reuse, Recycle, Rott. Auf deutsch ist das Ablehnen, Reduzieren, Wiederverwenden, Recyclen und Kompostieren.

Yvi: Wo ist es dir schwer gefallen, etwas abzulehnen?

Franziska: Naja gestern hätte ich schon gerne den Eistee getrunken, der uns angeboten worden ist, aber ich habe aufgrund dessen, dass es ein Einwegbecher war, habe ich nein Danke gesagt.

Yvi: Das ist verrückt man wird beim Beach Clean Up gesponsert von einem Restaurant und bekommt dann einen beschichteten Becher gereicht.

Franziska: Das sind so Sachen, das muss halt gut durchdacht sein und auch das funktioniert leider nicht immer hundertprozentig. Aber da ist jeder in seiner eigenen Verantwortung gefragt.

Yvi: Ist der Alltag auf Reisen, das auch noch möglichst müllfrei, nicht wahnsinnig anstrengend mit einer 4 köpfigen Familie?

Franziska: Eigentlich nicht. Es ist so wie zuhause, es gibt viele gute Tage, es gibt natürlich auch schlechte Tage, im Wechsel aber insgesamt ist es gut, sehr gut sogar.

Yvi: Was habt ihr dabei, dass ihr vor Ort keinen Müll produziert?

Franziska: Wenn wir einkaufen gehen, haben wir immer unsere eigenen Sackerl dabei, wo wir unsere Sachen reintun, das heisst wir benutzen kein Plastiksackerl, wir haben Edelstahlstrohhalme dabei für Getränke und wir haben Dosen dabei, wo man dieses ganze to go Essen reinfüllen lassen kann, wir haben einen Wasserfilter dabei, das heisst wir trinken auf der ganzen Welt Leitungswasser. Weil wir unser Wasser erst filtern, und somit müssen wir Plastikflaschen kaufen.

Yvi: Und das geht sogar mit den Kindern? Für alle, die immer Schiss haben „Oh das mit dem Wasser könnte gefährlich sein“.

Franziska: Nein, wir haben einen ganz tollen Wasserfilter, wir haben uns für eine Firma entschieden, die zu 99,99 Prozent alle Bakterien, Viren, Protozonen, schlechten Geschmack, Chlor rausfiltert, also das Wasser ist wirklich trinkbar. Wir sind seit einem Jahr unterwegs trinken hauptsächlich aus diesen Filtern und sind alle vier gesund. Also es geht!

Yvi: Und ihr habt genügend Energie, um bei den Beach Clean Ups zu helfen und so. Welche Organisation hat euch denn so richtig begeistert?

Franziska: Ganz super finde ich Trash Heros, weil sie in ganz Asien total aktiv sind. In Thailand haben die ganz viele Refillstationen, wo man sich kostenlos seine eigene Flasche auffüllen lassen kann und einzelne Personen wie zum Beispiel die Frau, die vor kurzem auf Bali einen Zero Waste Shop aufgemacht hat, weil sie gefunden hat „da muss jetzt etwas passieren, es muss die Produkte, die immer in Plastik verpackt sind, verpackungsfrei geben.“ Und solche Leute finde ich total inspirierend und  total super und das muss man unterstützen.

Yvi: Bali ist ja eine Insel, die stark struggelt mit zu vielen Touristen zu viel Konsum, es gibt kein richtiges Müllverwertungssystem, tatsächlich ist jeder Strohhalm, jede Plastikflasche zu viel. Wie siehst du das jetzt hier auf Bali, ich meine ihr bewegt euch sehr unauffällig, ich probiere es auch hier auf Bali und stelle mich um, aber – und das soll kein Zeigefinger sein – aber ich sehe viele Menschen, die noch gar nicht in diesem Bewusstsein sind, wie schwierig das hier mit dem ganzen Müll ist…

Franziska: ja ich sehe sehr sehr viele Menschen die sehr sehr viele Plastikstrohhalme verwenden oder für jedes kleine Ding eine Plastiktüte verwenden. Mir fällt auf, wenn man es selbst ändert, dass man angesprochen wird „oh was ist das? Wieso benutzt ihr eure Edelstahlstrohhalme?“ und dann kommt man total schnell ins Gespräch mit den Kellern oft auch mit den Restaurantbesitzern und mit anderen Gästen von den Restaurants und so kommt man schnell ins Thema Müll hinein und so kann man viele Leute inspirieren. Wenn man selbst etwas tut und aktiv ist, auch bei den Beach Clean ups, fällt mir auf, dass man oft auch von Locals angesprochen wird, die mitmachen wollen. Und das finde ich immer schön, dass dann auf einmal viele Leute dazukommen und Interesse zeigen.

Yvi: Und genau auf diesem Weg seid ihr gerade. Nächstes Jahr plant ihr unterwegs zu sein mit einem Wohnwagen auf einer Mission.

Franziska: Unsere Idee ist eine Tour zu machen und die Leute noch mehr zu inspirieren, das heisst wir haben vor zu Surfcamps und Campingplätze zu fahren und dort zum Thema Müll Vorträge zu halten. Workshops zu machen, City Clean ups, Beach Clean Ups und einfach zu zeigen, dass Müllvermeiden gar nicht so schwer ist, nicht zu Hause und auf nicht auf Reisen wenn man ein paar Kleine Tipps und Tricks kennt.

Yvi: Und ihr müsst natürlich auch von irgendwas leben. Wie wollt ihr euch finanzieren?

Franziska: Wir möchten gerne mit Firmen zusammenarbeiten, die das Thema Nachhaltigkeit ernst nehmen und die sagen, da muss und kann auch etwas passieren und da möchten wir gerne Kooperationen eingehen mit Firmen.

Yvi: Viel Erfolg dafür! Und bevor wir jetzt tschüss sagen, möchte ich gerne von euch wissen, was bleibt den an einem Tag übrig vom Müll bei einer 4 köpfigen Familie.

Oskar: Manchmal eine Dose Sprite!

Franziska lacht: Das stimmt, und heute drei Papierservietten, ist auch Müll, den man hätte vermeiden können……

Weitere Infos:

Trash Hero gibt es weltweit. Zur Seite für Indonesien.

Ihr findet Trash Hero in Canggu, Ubud auf Nusa Penida. Checkt dafür einfach deren Facebookseiten.

Checkt auch gerne Judith und Gabrielle von Green me away. Sie packen an auf Bali und in Ecuador. Organisieren unter anderem Beach Clean Ups.

Eine Japanerin räumt auch einmal die Woche den Strand auf. Checkt auf Facebook Keep Bali Clean.

Eco Bali räumt den Müll von den Beach Clean Ups weg und recycelt tatsächlich. Erste Gästehäuser nehmen dieses System in Anspruch und lassen ihren Müll abholen.

Seit 2011 kümmern sich Jon und Olli um den Plastikwaste in Uluwatu.

https://www.projectcleanuluwatu.com

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WDR COSMO Cities – UBUD

Ubud: Es war einmal: Eat Pray Love.

Vor einigen Jahren erlangte Ubud Berühmtheit durch eine Singlefrau, die mit ihrem Fahrrad durch die Reisfelder düste, dabei ihre Liebe fand und einen Bestseller schrieb. Elisabeth Gilbert mit „Eat Pray Love“. Spätestens seit ihr autobiografischer Roman mit Julia Roberts verfilmt wurde, ist die Stadt auf der Vulkaninsel Bali nicht nur für Singlefrauen Mitte 30 ein Magnet.

In Ubud sind Yogis unterwegs, Lebenskünstler, Backpacker, Digitale Nomaden, Pauschaltouristen, Spirigangster, Conscious Hustler, Celebrities wie Lena Meyer-Landrut, Gary Barlow, die Beckhams und John Legend mit seiner Family. Auf 35000 Einwohner kommen gefühlt doppelt so viele Touristen. Fahrräder sind heute rar, dafür drängeln sich umso mehr Autos und Scooter durch die sehr vollen Strassen, die bunt dekoriert sind. Sie haben was von Kindergarten Bastelgruppe stellt aus. Statt Laternen ragen bis zu zehn Meter hohe bunte Bambuskreationen, genannt Penjors, über die Strassen. Das ist so schön und so bunt.  

Alles hat eine Bedeutung

Überall in der Stadt, auf Gehwegen, vor Läden etc. liegen Canang Sari verteilt, das sind kleine Körbchen aus Palmenblättern mit Blumen, Reis und Keksen. Es duftet dazu nach brennenden Räucherstäbchen und nach Jepun, gelb-weisse Frangipaniblüten, die im Konfettistil gestreut werden. Das sind Opfergaben für die Götter, die gleichzeitig die bösen Geister abhalten sollen. Bali ist eine hinduistische Enklave mitten in Indonesien. Die Balinesen richten sich nach ihrer Religion und Kultur. Fast jeden Tag wird etwas gefeiert. An Gemeinschaftsorten machen Männer Musik auf Bronzegongs, Metallophonen, und Bambusflöten, sie bilden ein sogenanntes Gamelanorchester, das hier jedes Kind zu spielen lernt. Jeden Abend gibt es in den Tempeln traditionelle balinesische Tänze. Oder sie bereiten eine Feuerbestattung vor, die auch im berühmten Monkey Forest, ein Naturpark mit hunderten frechen Affen und mystisch wirkenden Tempelanlagen, stattfindet.

 

Der Weg zum Glück

Die Balinesen leben zudem nach einer traditionellen Philosophie genannt „Tri Hita Karana“. Das sind drei Wege zu einem glücklichen Leben: Sich um Götter kümmern, um seine Mitmenschen und um die Natur. Ubud ist umgeben von Dschungel und sattgrünen Reisfeldern. Die Natur muss nun immer häufiger schicken Luxusresorts weichen. Wo früher ein Lotusblütenteich war, ist heute ein Infinity Pool als perfekte Instagram Kulisse.

 

Leben im Tempel // Balinesen vs. Bohemians

Die Ubudianer selbst leben in hinduistischen Tempelanlagen. Hier vermieten sie Zimmer an genügsamere Touristen, sogenannte Homestays. Hier schläft man für rund 10 bis 15 Euro die Nacht. Die Männer malen oft Auftragskunst oder fahren Taxi, die Frauen flechten Blumenkörbe für den nächsten Tag oder arbeiten in einem der fancy Cafés, die meistens vegan sind und abgefahrene Rohkostgerichte anbieten – dass es noch keine fliegende Zucchini gibt, ist auch alles.

Wer sich wie ein Star fühlen möchte, komme hierher.

Die Ubudianer lächeln schön, ja, und sie lesen ihren Gästen die Wünsche von den Augen ab. Leider hat das auch was von künstlicher Welt und sich anbiedern. Es gibt kein Miteinander, nur ein Nebeneinander beziehungsweise ein Oben und Unten. Wenn man nach Oben schaut, zum Leben vieler Digitaler Nomaden mit ihren Coworkingspaces und das der Expats/ der arbeitenden Hinzugezogenen in den Villen mit Pool und Privatbutlern, bekommt das „awesome life für awesome people“ Konzept einen schalen Beigeschmack. Es wird an Karrieren gefeilt, „wer zu sein“ oder „wer zu werden“ egal ob auf Youtube oder auf der Yogamatte. In Ubud lässt  man es sich so richtig gut gehen, dafür reicht ein Monatsgehalt von 1000 Euro schon aus, und die Ubudianer sind mehr und mehr überfordert, die Stadt zu einer 1 A Wohlfühloase für temporäre „Gäste“ jeglicher Art zu gestalten. Der Stress nimmt zu. Wer das Ungleichgewicht ausblenden kann, für den ist Ubud immer noch ein Paradies, gerade auch was Spiritualität und Selbstheilung angeht.

Einmal Komplettheilung, bitte!

„Ubud“ ist balinesisch und bedeutet Medizin. Viele Menschen, die hierherkommen, suchen nach Heilung. In den luxuriösen Yogastudios wie dem Yoga Barn kann man sich ein Rundumprogramm geben mit Yoga, Einläufen und Healingsessions. Man sollte aber bei der Auswahl der vielen Aktivitäten, die in Ubud angeboten werden, vorsichtig sein und sich nicht von jedem Lifecoach eine Energieübertragung etc. andrehen lassen. Spirigangster-/innen sind überall. Schnell ist der Geldbeutel leer und das gebrochene Herz, weswegen man vielleicht auch kam, muss ungeheilt wieder mit nach Hause reisen.

Hier geht es zur WDR COSMO Seite noch einmal mit der Audiothek.

https://www1.wdr.de/radio/cosmo/magazin/reisen/cities-ubud-100.html

 

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Karma Taxi Part 2

Ich hatte mir das so easy vorgestellt. Nachdem ich mit Freunden mit einem Taxi morgens um 5 den Hügel hoch nach Sarankot gefahren bin, um mir anzusehen, wie die Sonne aufgeht und dabei um den Himalaya tanzt, entschied ich mich nicht mit dem Auto zurückzurollen, sondern zu Fuss nach Hause durch Landschaft und Dörfer zu spazieren.

Morgens um 6 in Sarankot, noch gut drauf.

Ich wusste, dass eine Strasse in einen Weg mündete, der nach unten zum See ging, wo ich wohnte. Ich lief los und merkte, dass es mehrere Gabelungen und keine Schilder gab. Nach einer Stunde stellte ich fest, dass es kaum runter ging, sondern nur in Serpentinenform von links nach rechts.

Nachdem ich von einigen Dorfbewohnern wie ein Pingpongball hin und her geschickt wurde, reichte es mir.

Nette Dorfbewohnerin

Ich hielt an einem Haus an und fragte die Familie, ob ich nicht einfach querfeldein runtergehen kann, einem ausgetrocknetem Flussbett nach, das von der Richtung her genau auf mein Zuhause treffen müsste. Mit gebrochenem Englisch bejahten sie, und eine Begleiterin tauchte auf. Eine kleine drahtige Bäuerin mit scharfem Blick und einem Stroh-Tragekorb am Rücken, der fast grösser war als sie selbst.

Auch nett, von der rasenden Bäuerin habe ich kein Bild

Sie lief schnellen Schrittes los, ich hinterher. Dazu plapperte sie wie ein Wasserfall auf Nepalesisch. Ich verstand nichts. Nach einigen Minuten tauchten zwei Boys im Gestrüpp auf. Mit erhobenem Buschmesser warnten sie mich vor der Frau. Sie wäre verrückt. Das konnte gut sein, denn sie redete immer schneller, wie ein Spoken Word Artist und droppte immer wieder ein Sprachgemisch aus drei Wörtern „nepalese, rupees und dschungle“. Dann stoppte sie und zog an meiner Halskette. Um sie zu beruhigen, gab ich ihr einen Hundertrupeeschein und rannte davon, die Nepalesin folgte mir. Der Dschungel wurde immer dichter, das trockene Flussbett endete im Gebüsch. Mit Indianerrufen näherten sich uns die Jungs, und es kam zu einem Showdown. Ich fing an zu Brüllen und heulte los. Die Nepalesin wurde ruhiger und gab auf. Die beiden Jungs machten mir den Vorschlag, mir den Weg zum Weg nach unten zu zeigen. Ich verneinte und lief weiter bis zu einem Abhang. Ende. Nun musste ich den beiden vertrauen. Wir liefen zusammen los und sie ermahnten mich, es wäre gefährlich alleine im Dschungel unterwegs zu sein, ein Tourist wäre, wo wir uns befanden, umgebracht worden. Eine Info, die es nicht besser machte. Ich war vollgetankt mit Schiss, mein Herz pumpte. Ich versuchte einen auf cool zu machen und quatschte mit ihnen über Hip Hop und Fussball. Ich erfuhr, dass Prakash und Samir beide 13 Jahre alt sind. Sie sind Bayern München Fans, beste Freunde und leben in einem Dorf am Berg. Prakash erzählte von seiner kranken Mutter, vom Onkel, der das Geld der Familie versäuft und von der Anspannung, die in seinem Zuhause wohnt.  Prakash ist deswegen immer unterwegs zusammen mit seinem Kumpel Samir. Samir hat jetzt aber eine Freundin, Prakash möchte keine. Er möchte nur eins: Immer mit seinem besten Freund zusammen sein und vor allem frei sein!

Ich musste daran denken, wie ich vor einigen Wochen in Indien auf dem Arunachalaberg geklettert war.

Blick auf den Arunachaleswara-Tempel, mit einer Ausdehnung von knapp zehn Hektar ist er einer der größten Südindiens.

Drei Stunden ging es steil bergauf.  Als ich mit meiner Gruppe in der Mittagshitze wieder abstieg, sass an einem Baum eine Frau, die das mittlere Alter überschritten hatte. Erst dachte ich, sie würde kurz ruhen. Ich ging weiter, um den Anschluss nicht zu verpassen. Dann schwappte ein leises Wimmern zu meinen Ohren herüber. Ich fragte sie, ob sie Hilfe bräuchte: „Ja, Wasser bitte“. Meine Gruppe war nun schon weiter unten, und ich immer noch bei ihr. Nach kurzer Zeit unterhielten wir uns auf Deutsch, bzw. sie auf Schweizerdeutsch. Sie erzählte mir, dass sie seit 25 Jahren in der Schweiz lebt und jedes Jahr nach Indien kommt, weil sie Inderin ist.  Sie hätte aber in Indien keine Familienangehörigen mehr. Für ihren Shivabergtrip hatte sie einen Inder angestellt, der sie begleiten sollte und ihre Handtasche trug. Sie war barfuss, und weil sie dem Herren wohl zu langsam war, ist er ohne Rücksicht zu nehmen und ohne sich umzuschauen in seinem Tempo weitergegangen. Ohne sie. Sie hatte Panik und hing wie eine zu weich gekochte Nudel am Baum. Ich gab ihr meinen Arm, sie hakte sich unter, stand auf und setzte in Zeitlupe einen Fuss vor den nächsten. Durch die Mittagshitze waren die Steine aufgeheizt, ihre Füsse qualmten und sie war dehydriert. Auch nach einer halben Flasche Wasser, die ich ihr gab, war sie noch durstig und hungrig, es stellte sich heraus, dass sie morgens um 5 ohne Essen ohne Trinken und ohne Schuhe los ist. Das mit barfuss den Berg besteigen machen viele Inder. Ein Ritual ihrem Gott Shiva zu huldigen.

Die Bergspitze. Spätestens hier müssen alle ihre Schuhe ausziehen.

Ich wurde nervös, auf dem Berg war nun Backofenhitze und sie wollte nicht mehr weitergehen. Nach nur zehn Metern, fragte sie mich, ob wir gleich da sind. Ich machte ihr klar, dass wir in dem Schneckentempo noch Stunden brauchen würden und sie schmelzen wird. Sie jammerte und hatte Angst, ich konnte sie nicht stemmen. Ich wollte runterrennen und den Mann suchen, lief los, sie rief mir verzweifelt mit piepsiger Stimme im Schweizerdeutsch hinterher: „Warten Sie, lassen sie mich nicht alleine“. Ich blieb bei ihr. Dann kam endlich jemand, ein junger Inder. Er war auf den Weg nach oben und setzte sich auf einen Stein. Ich erzählte ihm aufgeregt, dass meine Gruppe weg ist, ich kein Handy habe zum anrufen und dass die Frau nicht mehr gehen kann und wir Hilfe brauchen. Er blieb gechillt und sagte im Predigerton, dass alles gut ist und ich mich nicht Sorgen sollte. Ich solle gehen und er würde auf die Dame Acht geben, indem er sitzen blieb. Irre. Dann wurde tatsächlich alles gut. Denn zwei Männer aus unserer Gruppe, Jannick und Blair, erschienen plötzlich, sie waren auf der Bergspitze länger geblieben und stiegen jetzt erst ab. Perfekt, sie hatten noch Wasser, Orangen, Datteln und Erdnüsse. Dann zeigte die Inderin mit dem Finger in die Ferne: „Da ist er!“ Zu dritt riefen wir nach ihrem Handtaschenträger, und er kam tatsächlich zurück. Auch er hatte Hunger. Nachdem wir beide mit ausreichend Essen und Trinken versorgt hatten, gaben wir dem Taschenträger zu verstehen, dass er sich um die Inderin kümmern musste. Da sie kaum von der Stelle wegzubewegen war, schlugen wir ihm vor erstmal ein paar hundert Meter weiter, die berühmte Meditationshöhle anzusteuern, wo man sich ausruhen konnte. Er versprach es. Die Inderin wollte meinen Kontakt, ich gab ihn ihr nicht, weil ich keine indische SIM Karte hatte und auch keine Geduld mehr, und so verabschiedeten wir uns, ohne unsere Kontakte auszutauschen.

Blair sagte: „Du wirst sie bestimmt wiedersehen so wie du in deiner Geschichte Karma Taxi (klick drauf) einen Taxifahrer in Bangkok durch Zufall wiedergetroffen hast als du dich verlaufen hattest und er dich dann heim brachte.“ Und ich traf sie wieder. Wir verbrachten eine Stunde an der Höhle mit dem Garten, und in dem Moment, an dem wir rausgingen, kam sie uns mit ihrem Handtaschenträger entgegen. Ihr Jammern wich nun einem Lächeln, sie nahm meine Hand und sagte: „Dankeschön, ich hatte so Angst, ich dachte an dem Baum, jetzt ist es vorbei. Sie haben mein Leben gerettet“. Das fand ich nett aber auch pathetisch. Nun gab ich ihr doch meinen Kontakt, nachdem sie nochmals darum bat. Ich erfuhr ihren Namen. Jeya Kovilan. Beim erneuten Abschied sagte sie zu mir: „Wenn man die Gelegenheit bekommt, auf dem Shivaberg, jemanden zu helfen, dann erhält man Gottes Segen.“

Gottes Segen löste ich in Nepal im Dschungel ein. Die Jungs brachten mich zu dem Pfad, der uns runterführte in die Stadt. Klitschnass geschwitzt, mit Kratzern an den Beinen und Sonnenbrand im Gesicht erreichten wir ein Café. Ich kaufte Wasser und Bananenkuchen für uns.  Dann begleiteten sie mich noch bis nach Hause. Ich bin ihnen für immer dankbar.

Prakash und Samir

 

 

Mit Herzrasen zu Osho

Hab ich mich erschreckt. Mit einem Riesenplatsch macht ein Affe eine Arschbombe auf den Teller von Oshos Yoko Ono. Der Dhal – ein gelber flüssiger Linsenbrei – macht ein Muster auf ihren grossen Brillengläsern, ihrem weinroten Kleid und dem Osho-Plastikbild, das an einer Mala, einer buddhistischen Gebetskette, an ihrem Hals hängt.  Auch ich bekomme eine Portion Spritzer auf meinen weinroten Poncho aus Kashmirwolle ab. Es sind 30 Grad, mir ist sehr warm, Dresscode rulez! Dieses Outfit trage ich nun eine Woche lang tagsüber, und ich fühle mich so sexy wie eine verformte Aubergine, die fällig für den Kompost ist. Ich bin bei Osho Tapoban, der Kommune in den Bergen Kathmandus. Es ist die günstigere Version des Ashram in Indien, den Osho damals in den 70er Jahren in Pune aufbaute und der heute zu einem luxuriösen internationalen Meditations- und Selbsterfahrungsresort gewachsen ist. Zu gross für mein Budget, deswegen stecke ich nun in Kathmandu am Mittagessenstisch mit Yoko Ono – so nenne ich sie jetzt, weil sie tatsächlich wie Yoko Ono aussieht. Sie ist eine Sannyasin, eine Anhängerin, die Osho noch zu Lebzeiten kannte, der mit nur 59 Jahren eine Biege machte. Etwas weiter neben dem Essensgebäude ist sein Grabstein, es ist eine Art Bagelförmiges Schwimmbecken ohne Wasser, in der Mitte ist ein Baum und ein Schild mit Vogel. Auf dem steht: Osho – Nie geboren – nie gestorben, nur zu Besuch auf diesem Planeten, 11. Dezember 1931 – 19. Januar 1990.

Für alle, denen dieser Planetbesucher Osho nichts sagt: Er war ein indischer Guru mit Wallebart und hypnotischen braunen Augen, der so oft seinen Namen wechselte wie Prince und sich ähnlich wie ein Popstar feiern liess. Er war ein Sexguru, der die Philosophie des Tantra ins alltägliche Leben schubste,  er spukte der Scheinheiligkeit unserer Welt ins Gesicht, kritisierte alle möglichen Religionen, bis auf Jesus und Buddha, die fand er spitze. Nach Buddha lehrte er Selbstliebe, Mitgefühl mit seinen Mitmenschen zu haben und im Moment zu leben, was auch bedeutet, loslassen zu lernen. Denn alles was vorbei ist, ist vorbei.

„Osho ist ein erleuchteter Meister, der mit allen Möglichkeiten arbeitet, um den Menschen zu helfen, diese schwierige Phase in der Entwicklung des Bewusstseins zu überwinden.“ – der Dalai Lama

 

Bevor er als spiritueller Playboy durch die Decke ging, studierte er Philosophie, eckte immer wieder mit seinen Vorgesetzten an, war als Professor tätig und fing während der Lehrzeit an durch Indien zu tingeln, um stundelange rein improvisierte Vorträge zu halten. Er predigte, dass der Wert eines Menschen nicht daran auszumachen ist, was er im Aussen schafft, also wie viele Tindermatches er bekommt, wie geil sein Job oder fein modelliert sein Körper ist, den er/sie dann gerne exzessiv auf Instagram ausstellt, um noch mehr Follower zu bekommen. Dass Ehrgeiz, Druck und Wettbewerb uns kaputt machen würden und man in der Schule lieber unterrichten sollte, sich gegenseitig zu unterstützen, statt dem anderen was zu neiden und immer besser sein zu wollen. Er erklärt, warum man Ehebetten verbrennen sollte und erstmal lernen sollte mit sich selbst, ALLEINE, komplett und glücklich oder zufrieden zu sein, damit man sich nicht zeitlebens auf Partner stürzt und sie wie eine Tafel Schokolade verschlingt, in Hoffnung ein Glücksgefühl zu bekommen, das aber so schnell nachlässt wie ein Zuckerhoch. Da braucht man dann schnell Nachschub.

Ich denke an meine indische Yogalehrerin Jeenal, die bis Mitte 20 niemanden datete, um erst einmal eine starke unabhängige Persönlichkeit zu entwickeln. Das ist in ihren Kreisen so üblich. Wie viel Liebeskummer durch Unreife und Unwissenheit  würde uns erspart bleiben, wenn auch wir uns erstmal noch ein Weilchen zurückhalten würden, um uns selbst besser kennenzulernen.

Ich laufe an einem Schild vorbei, dass ich wirklich nach jahrelangem Üben mit Auf und Abs unterschreiben kann. Ich weiss, wie vier Jahre Beziehung gehen, und auch ein Jahrzehnt, und ich weiss, wie sich das plötzliche Ende anfühlt, wenn alles in wenigen Sekunden einstürzt und man wackelt und nicht weiss, wie laufen und atmen alleine gut gehen. Vor sechs Jahren begann meine Reise. Dieses durch die Welt alleine laufen. Nach kürzeren Begegnungen, die ich bewusst verabschiedete, sage ich heute: „Ohne Heimat keine Reise“. Damit meine ich auch die Reise zu mir selbst. Ich habe bei mir selbst angefangen –  vom bedürftigen Kleinkindmodus hin zu „Alleine ist es auch ganz schön schön.“  Noch vor einigen Jahren hätte ich mir nicht vorstellen können, mal ohne Beziehung zu sein. „Alleine atmen, alleine durch die Welt reisen, wie schrecklich…“ Also physisch konnte ich das immer gut, am Ende auch mit jahrlanger Fernbeziehung: Jeder machte sein Ding, verwirklichte sich im Beruf, aber trotzdem war da ja jemand, der einen stützte. Tägliches skypen und telefonieren gaben mir das Gefühl nicht „alleine“ zu sein, und tatsächlich brauchte ich das, um voranzukommen. Viel Feedback und Support gab es in dieser Zeit der Beziehung, und ich bin dankbar dafür. Was ich nicht lernte, war ohne den Halt eines anderen mein Ding durchziehen. Ich bekam dann von heute auf morgen die Chance das zu lernen, und ich tat es. Ich lernte nicht nur mit mir alleine klarzukommen, sondern auch alleine selbstbewusst zu sein. Ich bekam genug Situationen, um zu üben. Als ich aus der Beziehung rausfiel und ich dabei war, mich wie eine zersprungene Teekanne zu flicken, stand schon die Gesellschaft da, die mich mitleidsvoll anglotzte. Auf der Familienfeier wurde beunruhigt gefragt: „Was ist mit Dir? Du siehst doch gut aus, warum hast du denn keinen Mann?“ Die Hausärztin fragte, ob ich denn keinen Kinderwunsch hätte und wies mich daraufhin, dass ich mich beeilen sollte, so nach dem Motto: „Frau Ü 30 ohne Mann und Kinder ist ein viertel Hähnchen, seltsam und wird einsam und alleine sterben.“ Sterben tun wir alle alleine und es liegt nicht in meiner bzw. unserer aller Kontrolle, wie sich ein anderer Mensch verhält. Unsere Kontrolle endet bei uns selbst. Und sowieso Beziehung ist nicht sowas wie in den Laden gehen und sich was neues kaufen, auch wenn viele mit Tinder und co. genau in diese Richtung gehen.

Heute stelle ich fest, dass es doch eher schwierig ist, wenn man nie lernt mal Sonntagsabends mit Pizzaessen und Film kucken alleine auf dem Sofa glücklich zu sein. Stattdessen schummelt man sich von der einen in die nächste Beziehung, ohne einen Atemzug dazwischen zu lassen. Wie ein Kleinkind, das ohne Muttis Hand nicht laufen kann. Selten höre ich einen Satz wie: „Wir stellten beide fest, dass wir nicht mehr glücklich miteinander waren, und beendeten deswegen unsere Beziehung, und jeder von uns hat danach eine Weile alleine gelebt, um das Ende zu verarbeiten.“ Meistens ist es doch so, dass einer schon zweigleisig fuhr, bevor er/sie sich traut das Alte loszulassen. Ich selbst muss mir hier an die Nase packen, und entschuldige mich bei meiner ersten Liebe, die genau das mit mir erlebt hatte.

Osho macht klar: Erst wer alleine durchs Leben zuckeln kann, kann auch zu zweit gut  reisen. Wenn der Lieblingsmensch dann eine Strasse weiter ohne uns abbiegt, ist das okay, denn alles ist in ständiger Veränderung und unterliegt, wie gesagt, nicht unserer Kontrolle. Was wiederum nicht heissen soll, dass wir impulsiv abbiegen sollten, wenn die Strasse mal holpert und eine Baustelle kommt. Osho, der auch mal raushaut, dass Ehemänner Dummköpfe sind, ist nie gegen Beziehung gewesen, er findet es sogar gut, wenn man sich mal richtig auf wen einlässt. Er sagt aber auch wie wichtig Freiheit ist, damit Liebe atmen kann. Freiheit ist aber nicht zu verwechseln mit wie ein wilder Vogel impulsiv durch die Gegend zu vögeln, sondern einfach nur keine anhängliche Klette zu sein. In den 80ern sprach er darüber, dass wir in der westlichen Welt zu schnell unsere Partner aussortieren und zu viel belanglosen Sex mit irgendwelchen Menschen haben würden. Was würde Osho heute sagen? Die Tinderhölle, so erfuhr ich, ist sogar unter Reisenden aktiv, die sich für ein paar Stunden treffen, Knick Knack und dann adieu sagen. Ich finde das erschreckend, erklärt aber auch, warum kaum jemand mehr im Café vom Smartphone aufkuckt, egal, ob vor ihm ein balinesisches Reisfeld ist, ein Strand in Indien oder ein leckeres Frühstück in Kuala Lumpur.

Weil fleissige Menschen Oshos Reden abtippten und in Bücher packten, lernte ich ihn vor fünf Jahren kennen durch das Buch „Mut. Lebe wild und gefährlich“. Es geht darum, sich seinem Schiss zu stellen und zu kapieren, dass viele unserer Ängste aufgeblasene Schwabbelmonster sind, die uns nur klein und gefangen halten wollen und uns zuflüstern „Bleibe da, wo du bist“. Auch in Beziehungen bleiben wir oft sehr lange, obwohl wir merken, dass sie nicht mehr echt sind. Dass die Liebe ausgezogen ist, und das Zusammensein nur noch auf Bequemlichkeit beruht und oder auf der Angst, alleine zu enden. Ich selbst habe damals sehr lange in einer Beziehung ausgeharrt, die bis zur Halbzeit absolut gut und wichtig für beide war, aber danach leider nur noch eine Illusion. Aus Schiss „alleine“ zu sein, blieb ich bis das Kartenhaus einstürzte.

Ich treffe bei Osho Tapoban Nina, eine 53 jährige Inderin, aufgewachsen in Nepal, die mit 21 zwangsverheiratet wurde mit einem Inder in New York.  Zwischen ihnen gab es weder Verliebtsein, noch Liebe, noch Freundschaft, noch gemeinsame Interessen. Sie respektierten sich. Am Anfang der Ehe haute Nina noch zwei Mal ab zu einer Freundin, dann blieb sie 30 Jahre lang. Dass sie mit 51 den Mut aufbrachte und sich scheiden liess, ist bemerkenswert, aber auch ein Tabu in ihrer Kultur. Sie sagte: „Yvi, jeder redet von dieser Liebe mit den Schmetterlingen im Bauch. Ich möchte das doch auch einmal im Leben erleben.“ Osho sagt: „Folge deinem Herzen und scheue nicht davor ins Ungewisse zu springen!“ Jedes Ende bringt das Ungewisse, vor dem die meisten von uns Schiss haben. Dabei kann das Verlassen der Komfortzone kreativ machen, neue Kräfte freisetzen und Platz für Neues schaffen. Egal ob mit einer Beziehung oder dem Leben allgemein. Mein Sprung ins Ungewisse ist meine Reise. Mein Leben in Leipzig hatte sich durchaus gut angefühlt, aber ich wollte trotzdem einmal im Leben ausbrechen. Seit Jahren träumte ich jede Nacht davon, durch fremde ferne Länder zu zuckeln und Dinge zu sehen, die ich nicht kenne, mir Zeit zu nehmen und mich meinen tiefsten Ängsten mal wirklich zu stellen. Aus Existenzangst schob ich, aber der Wunsch verfolgte mich und quälte mich so lange, bis ich ihm nachgab und ihn zu meinem klassischen Lebenslauf hinzufüge – Abi, Studium, Auslandsjahr, Traumjob in Köln und Traumjob in Halle, alleine auf Weltreise…

Es ist mein „Lebe wild und gefährlich“ Programm und dafür muss ich keine adrenalinbesoffenen Abenteuerexpeditionen machen, es reicht schon ohne die herkömmlichen „Sicherheiten“ eine Weile zu leben. Am Anfang meiner Reise verschanzte ich mich in einer Bambushütte. Sorgensüchtigeschrottgedanken veranstalteten ein Konzert in meinem Kopf, und ich flüchtete mich in die sozialen Netzwerke. Ich wackelte, denn zwei mir bisher äusserst wichtige Säulen waren gefällt. Beziehung und Job. Ich hätte mir vor Jahren niemals vorstellen können ohne beides zu überleben. Nun… ich lebe noch. Und damit ich noch mehr Survivalfeeling  abbekam, musste ich meine Wohnung aufgeben, denn meine Hausverwaltung erlaubte Untermiete nicht. Nicht mal, obwohl ich ein Jahr Kaltmiete im Voraus bezahlen wollte. Es sollte wohl definitiv so sein, nix mehr zum Festhalten. Als mein Vater mir half, meine Wohnung aufzulösen und der Herr der Hausverwaltung das goldfarbene Klingelschild mit meinem Namen darauf abmontierte und es mir in die Hand drückte, dachte ich mir hysterisch-euphorisch „Ja gut einmal im Leben sollte man auch das mal erleben.“ Osho würde applaudieren. Die Konfettikanone, die ich in der anderen Hand hielt, vergass ich vor lauter Aufregung zu zünden, sie wartet auf mich zuhause.

Für mich ist auch hier klar „Ohne Heimat – keine Reise“. Meine Heimat ist Leipzig. Viele, die hier in der Oshokommune landen, haben alles hinter sich gelassen oder kommen mit dem alltäglichen Leben und den Gesellschaftsanforderungen nicht klar, oder sie kommen aus ärmlichen Verhältnissen wie einige Nepalesinnen. Oder sie sind echte Meditationsfreaks und haben Bock auf Erleuchtung. Also Erleuchtung strebe ich nicht an, ich bin schon im Alltag erleuchtet wenn ich geile Pommes esse, starken duftenden Kaffee einhauche, ein tolles Konzert besuche oder gute Gespräche führe. Ich mag normales Leben und „normale“ Menschen, was mir auf dieser Reise immer klarer wird.

Die meisten der Osho Anhänger in Kathmandu sind zwar lieb, aber ich habe ein komisches Gefühl. Ein junger grossgewachsener Nepalese lacht sich die komplette Woche lauthals durch den Tag. Seine Augen sind weit aufgerissen, sein Gesicht puterrot. Vielleicht ist er in Oshos Lachwoche hängengeblieben, die ist Teil eines dreiwöchigen Programms. Da muss man eine Woche lang drei Stunden am Tag lachen, auch bzw. gerade wenn man sich hundeelend fühlt.

Etwas weiter in der Ecke grinst sich eine wunderschöne um die 60 Jahre alte Australierin einen. Sie hat sich nach acht Jahren Singledasein in einen 30 Jahre jüngeren Nepalesen verliebt, beziehungsweise er sich in sie. Es sei pure Liebe. Sie möchte Teil der Kommune werden.

Ein gelockter Inder spricht mich an und fragt mich, ob ich auch Schiss vor Beziehungen hätte, und ob ich nicht Lust hätte mit ihm abends eine Runde spazieren zu gehen. Bisschen Sex üben. Ich verneine dreifach.

Yoko Ono möchte wissen, warum ich zum Meditieren gekommen bin. Ich erzählte ihr von meinem nervös hechelnden Herzen, das besonders in der Nacht einen auf „Renn so schnell du kannst“ macht und zwar seit Teenagerzeiten. Ich habe mich trotz meiner Ängste von nichts in meinem Leben abhalten lassen, aber ein rasendes Herz strengt an, macht müde, unausgeglichen und zapft einiges an Energie ab, die ich lieber für andere Dinge verwenden möchte. Sie zitiert Osho: „Es gibt nichts zu fürchten“. Ich weiss das auch, aber mein Nervensystem sieht das, seit ich denken kann, anders. Diese Reise ist auch dazu da, Schluss zu machen mit meinem Panikherzen.

Wochen zuvor hatte ich in einem zehntägigen Bootcamp versucht mein Herz mit der strengen Vipassanameditation zu besänftigen. (Nachzulesen hier  unter Be happy – Meditation statt Malediven)  Es gelang mir zwar die 130 Stunden zu sitzen und 10 Tage zu schweigen, aber es gelang mir weder die Gedanken abzustellen noch das Herz zu beruhigen, und beides hängt ja zusammen, also so, wie man denkt, so schlägt das Herz. Mein Herz brodelte danach wie ein Vulkan, der kurz davor war auszubrechen. Osho war Fan von Vipassana, sagt aber, dass unsere westlichen Köpfe für stundenlanges Sitzen ohne Vorbereitung nicht gemacht sind. Wir hätten zu viel Mistgedanken im Kopf und damit wir im Stillsitzen nicht explodierten, müssten wir erst unsere Köpfe entleeren – das ist in etwa so wie kacken gehen.

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Einmal entleeren bitte!

Fürs Entleeren beziehungsweise Entladen entwickelte Osho eine aktive dynamische Meditationsform, bei der wir unsere Gefühle und angestauten Emotionsmonster wie Angst, Trauer und Wut, die ja in unseren Körperzellen hocken und drauf warten, dass unser Lieblingsmensch, Mutti oder unsere Kollegin den Knopf drückt,  erstmal selbst mit Wucht aus unseren Systemen rausschubsen. Und das sieht bekloppt aus. Morgens beginnen wir mit wildem lauten Ein- und Ausatmen dazu die Hände zum Himmel und mit Schmackes zum Brustkorb. Dann müssen wir 15 Minuten durchdrehen: Wir sollen brüllen, weinen, schreien, wonach auch immer uns ist. Eine unfassbare Lautstärke trommelt gegen meine Ohren, dagegen ist ein Motörheadkonzert mellow. Erst stehe ich völlig perplex da und urteile: „Man das ist ein Irrenhaus hier.“ Aber mal ganz ehrlich wer von euch hat nicht auch öfters mal Bock einfach loszuschreien oder gegen etwas zu treten? Im Strassenverkehr lassen ja auch einige Autofahrer ihre angestauten Frustrationen raus. Das ist hier nix anders nur in geschütztem Rahmen und sehr viel bewusster. Ich bin schon nach zwei Minuten brüllen heiser und friedlich. Jetzt hüpfen wir, unsere Arme gehen zum Himmel und wir rufen hu hu hu. Das ist megaanstrengend und dient zur Aktivierung unserer Energie im Powerhouse also Bauch.  All das dient auch dazu unser Atemmuster zu durchbrechen, denn die Art des Atmens ist gekoppelt an unsere Gedanken. Ich zum Beispiel atme oft sehr flach und gepresst, was zeigt, dass ich ein bisschen angespannt bin. Dann 15 Minuten Stille gemäss Vipassana.

Nachmittags haben wir dann Kundalini Meditation, eine Praxis aus dem Tantra, um unsere Energie zu verbessern. Nein das hat hier nichts mit Sex zu tun. Hier geht es darum, dem Nachmittagstief und Verspannungen an den Kragen zu gehen. Stehend schütteln wir uns zu niedlicher Glöckchenmusik. Ich finde das besonders gut, weil ich immer noch eine Wirbelsäule habe, die eher einer rostigen Stange gleicht statt einer Feder. Dann tanzen wir und danach sitzen wir wieder still. All das passiert mit geschlossenen Augen, damit keiner sich schämt. Was für ein Bekloppti doch dieser Osho ist, denkt ihr jetzt vielleicht. Ich muss sagen, dass seine Methode wirklich gegen Unruhe und Anspannung hilft. Und wenn Osho es schafft, den Menschen mit seinem Hüpf- und Schreiprogramm ausgeglichener zu bekommen und festgefahrene Muster zu durchbrechen, finde ich das gut. Und erinnern wir uns mal zurück als wir noch kleine Hüppedinger waren, da haben wir uns auch keine Platte gemacht, was die anderen denken. Osho ist für mehr Spass, frei- und durchdrehen und sagt „Ernsthaftigkeit ist eine Krankheit“. Mein Panikherz wurde übrigens untersucht und offiziell als unbedenklich bewertet. Äusserliche Mittelchen würde ich niemals nehmen, genausowenig wie Aufputschmittel, um effektiver arbeiten zu können oder Drogen, damit das Leben spannender wird. Ich denke, was nicht ist, ist nicht und hat seinen Grund. So ein Körper muss das alleine schaffen. Ich stimme meinen Körper auf dieser Reise wie ein Instrument und kucke was passiert durch Yoga, Meditation, Qi Gong, Singen, Tanzen und Wandern  immer nach dem Motto: „Raus aus dem Kopf, rein in den Körper“.

Abends wird es noch mal aufregend, ich habe das Gefühl in der Anstalt zu sein, denn alle tragen weisse lange Kittel. Erst gibt es einen Oshovortrag von Band, dann kollektives Raven und Ausrasten zu Technomusik und Hare Krishnasongs und im Hintergrund werden Oshofotos als Slideshow an die Wand gebeamt, zu denen sie mit ihren Händen zum Himmel nach jedem Song Oshoooooooo rufen.  An einem Abend hat es dann volles Rohr Sektencharakter. Der Boss der Kommune kommt für einige Tage, um neue Sannyasins zu initiieren. Er drückt seinen Finger an ihre Stirn, ans dritte Auge, hängt ihnen die Mala mit Oshobild um. Dabei weinen, schreien, zittern sie, fallen dann wie tote Fliegen um und bleiben regungslos die nächsten 45 Minuten liegen. Ein rundliches Mädchen läuft mit Kamera rum und filmt es für Facebooklive. Yoko Ono ist erbost, weil das Mädchen es nicht richtig macht. Das ist für mich mal wieder 1 A Esoentertainment.

Swami Anand Arun und der Initiationsritus

Ich bleibe regungslos am Rand sitzen und habe zum Glück Nina an meiner Seite, die wie ich das Spektakel mit offenem Mund betrachtet. Für mich ist klar, dass ich auf keinen Fall länger bleibe als die gebuchten sieben Tage. Nina hat nur fünf Tage Zeit, weil sie busy in New York ist und ihr Freund auf sie wartet. Er ist ein Multimillionär und Kontrollfreak und böse auf sie, weil sie etwas ohne ihn unternimmt und dann auch noch was für sich selbst tut. Sie hat tatsächlich direkt nach der Scheidung, einen alten Freund gedatet, mit dem sie jetzt eine romantische Beziehung führt. Das verliebte Herzklopfen, das sie einmal im Leben erfahren wollte, erlebte sie in den ersten Monaten mit ihm. Jetzt leidet sie nur noch, weil er sie kontrolliert, erniedrigt und seine alten Flammen nicht ganz auspustet. Sie sagt: „Ich möchte die schöne Anfangszeit zurück, jetzt fühle ich mich nur noch erbärmlich bei ihm“.

Nina spricht auf SoundCloud https://soundcloud.com/yvonne-struewing/nina-about-arranged-marriage

Eine Weile ohne Beziehung zu sein, kann Nina sich nicht vorstellen, sie grübelt den ganzen Tag, was sie machen kann, damit ihre Beziehung wieder schön wird. Dass es Menschen gibt, die in den ersten Monaten der Eroberung Gas geben und danach den anderen fertig machen nach dem Zuckerbrot und noch mehr Peitsche Prinzip, möchte sie nicht wissen. Sie sucht den Fehler bei sich. Ich empfehle ihr das Buch „Leben mit Picasso“, der zeitlebens grausam zu seinen Frauen war und schenke ihr das Buch von Jane Fonda „Primetime“, worin sie schreibt, sich mit über 60 Jahren von Ehemann Nummer 3 scheiden zu lassen. Denn Jane war immer in Beziehungen und spielte die Rolle,  „Frau an der Seite von…“. Die wollte sie einmal im Leben ablegen und kucken wen sie trifft – bei sich selbst. Ninas Ausflug zu Osho ist ein Anfang  mal mit sich zu sein. An einem Tag schwänzt sie das Programm, um mit einigen jüngeren Nepalesen zu einem Wasserfall zu wandern. Ein heftiger Regen bricht herein und sie kommt Stunden später aufgeregt zurück. „Das war der schönste Tag in meinem Leben, da war der Wasserfall, die Natur, der Spass mit den anderen, ich bin gerutscht, meine Klamotten sind total durchnässt, sogar Blutegel waren an mir dran. Ich fühlte mich so lebendig“. Und genau darum geht es. Osho sagt, dass der Sinn des Lebens leben ist und zufrieden zu sein, mit dem, was gerade in diesem Moment ist.


Nina lebte die letzten 30 Jahre im Reichtum, Perfektionismuswahn und war immer im Nochmehrerreichenmodus. Nachdem ihre Kinder das Haus verliessen, machte sie ihren Doktor in Pharmazie, wurde Chefin von 85 Mitarbeitern und sie hat sich selbst bei all dem vergessen. Sie habe ihrem Mann gedient, versucht der strengen Schwiegermutter alles recht zu machen, ein Business geführt, die Kinder grossgezogen, dann noch einmal studiert, um noch mehr Anerkennung zu bekommen. Dann kam die Menopause, und sie ist wie ein wütender Vulkan ausgebrochen. Sie sagt: „Ich bin leer und verzweifelt.“ In einer Pause erzählt sie mir von ihrem Leben ausführlich, sie redet über ihre Ehe ohne Liebe, ihren Perfektionismusdrang, ihren Ehrgeiz es allen Beweisen zu wollen, ihre Scheidung und den Kampf um romantische Liebe. Hier lest ihr  das Interview.   

Oshos Vortrag geht genau darum. Um Menschen wie Nina. Wir alle sind ein Stück Nina: Der Mensch rennt schnell. In den meisten Fällen vor sich weg. Mehr Geld, mehr Fame, mehr Likes, mehr Titel, mehr Klamotten, mehr Romanzen… das ist die Währung, hinter der oft die Leere lauert – wenn man nicht gelernt hat, sich selbst zu mögen und sich selbst zu genügen, wenn echte Selbstliebe fehlt. Und wenn man mal anhält und all das beiseite lässt, kann das zu starken Gefühlen wie Wertlosigkeit, Nutzlosigkeit und Verzweiflung führen. Ich kann das bestätigen. In den ersten Wochen meiner Reise, fühlte ich mich wertlos. Ich fragte mich wer ich nun war, ohne meinen Job beim Radio, ohne Partner, ohne proppevollen Kleiderschrank. Um davor nicht wegzurennen, wählte ich bewusst das Langsamreisen, lange an einem Ort zu bleiben und das aushalten, was ist und das, was meiner Meinung nach nicht ist. Denn die Anwesenheit des Abwesenden kenn ich immer noch gut…wenn ich noch ein Kleid mehr kaufe, dann… wann kommt denn der neue Lieblingsmensch…?

Osho sagt, dass diese chronische Leere niemals gefüllt werden kann, wenn man nicht aufhört zu rennen, um es sich und anderen zu beweisen.  Ich denke an den getriebenen Mathematikstudent, der diese Wissenschaft nicht gewählt hat, weil sie ihn brennend interessiert, sondern weil sie die schwerste Wissenschaft der Welt ist. Er leidet täglich unter seinem Ehrgeiz, kann aber nicht anders als sich mit seinen Konkurrenten zu vergleichen und nach dem Professortitel zu hecheln. Den braucht er dringend aus Statusgründen, denn ohne den sei er ein Versager – glaubt er. Erreicht er das Ziel, will sich das Glück trotzdem nicht einstellen. Also wird die nächste Challenge angegangen – Marathon laufen, dann kommt ein Porsche dazu, mit dem er seine Geliebte abholen kann für Spritztouren durch Kalifornien. Das soll nicht heissen, dass man all das nicht anstreben sollte, also Karriere, Karre und ein gutes Leben mit ausreichend Gütern, das kann man durchaus, Osho selbst mochte Kohle und teure Autos und sicher auch ein bisschen das Abgefeiert werden seiner Anhänger. Es ist wie mit den Beziehungen. Dasselbe Prinzip: Ohne Heimat keine Reise. Erst muss man sein Inneres reich machen, dann darf man gerne Karriere & Kohle machen, in seiner heissen Karre durch die Hood fahren und braucht vielleicht gar keine Geliebte mehr, weil man schon satt ist.

Osho erzählte von einem krass reichen alten Mann, der ein Leben in Saus und Braus geführt hatte. Er hatte alles erdenkliche „erreicht“, konsumiert, erlebt und langweilte sich: Also musste der Mount Everest bestiegen werden, (was tatsächlich einige aus Leere und Langeweile machen und damit ihre Guides gefährden, weil sie dazu gar nicht fit genug sind).  Als er ankommt und mit seinen schmächtigen Füssen auf dem schneebedeckten Gipfel steht und in den unendlichen Himmel schaut, fällt er in sich zusammen und weint. Das hohle Loch in seiner Brust und Magengegend, dass er seit er ein armer Student war, versucht hatte zu stopfen, war immer noch da. Jahrzehntelang häufte er Dinge und Menschen an auf der Suche nach Glück und Liebe. Nichts konnte ihn nachhaltig befriedigen. Und jetzt hier alleine auf diesem Berg ohne all das drum rum geht ihm ein Licht auf: Er war sein Leben lang auf der Suche nach der Liebe zu sich selbst.

Fall in love with your solitude – Rupi Kaur. Mucho Love for yourself, Yvi

 

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„Ich wollte auch einmal im Leben verliebt sein!“ – Nina über arrangierte Ehe.

Ich traf Nina in der etwas verrückt anmutenden Osho Tapoban Kommune in den Bergen am Stadtrand von Kathmandu. Dort nahmen wir beide an einer einwöchigen Meditation teil „Neovipassana“ bestehend aus zwei Stunden aktiver Osho Meditation und drei Stunden stille Vipassana Sitzmediation. In einer der kurzen Pausen treffen wir uns auf meinem Zimmer und während Nina mir ihre Lebensgeschichte erzählt, versucht eine Affenfamilie über die offene Balkontür hineinzustürmen. Nicht das einzige Affentheater in dieser Woche wie ihr hier lesen könnt. Nina ist Inderin und aufgewachsen in einer steinreichen indischen Familie in Nepal mit Butler, der ihr morgens Tee an ihr Bett brachte, dann mit 21 wurde sie zwangsverheiratet mit einem indischen Naviguy in Amerika. Sie verfiel dem Perfektionismus, zog zwei Kinder gross, machte den Doktortitel, obwohl alles schon genug anstrengend war, und als ihre Kids das Haus verliessen und ihre Menopause eintrat, kochte sie über vor Wut und bekam ein Burn Out. Nina konnte ihrem Exmann nie sagen, dass sie ihn liebt und wollte dieses Gefühl einmal in ihrem Leben erleben. Nach 30 Ehejahren liess sie sich scheiden, ein Tabu in ihrer Kultur. Bei Osho schlägt sie ziemlich müde und verzweifelt auf und erzählt mir von ihrem Leben in der arrangierten Ehe, vom Ausbrechen, ihrem zwanghaftem Perfektionismus, dem Streben nach Geld, und vom Suchen der romantischen Liebe.

Englisch:

I  met Nina at crazy Osho Tapoban Commune in Kathmandu. We took part in a one week Neovipassana course, doing some active Osho Meditation and some classical Vipassana. Nina is Punjabi Indian, she grew up in Nepal in a rich family with a butler that brought her tea to bed every morning. As they had good connections to a rich family in America, she was married to an Indian Navyguy –  strictly arranged – and she tried her best. She became a perfectionist, she drew her children up, made career, then a doctor in pharmacy, and when menopause came she got very angry and a burn out. Nina was never able to tell her ex-husband that she loved him, as she did not. So after 30 years of marriage she got divorced, a tabu in her culture. She arrived at Oshos place tired and desperate. She speaks about arranged marriage, getting divorced, her perfectionism, her past urge to make money and about her search for romantic love.

Nina and I at Osho Tapoban. You can also listen to her here https://soundcloud.com/yvonne-struewing/nina-about-arranged-marriage

Yvi: Who are you?

Nina: Nina, that is how I am identified. I am from New York, 53 years old, mother of two beautiful kids. At the moment single (means divorced) and by profession I am a doctor of pharmacy, spent the majority of my married life in New York Pennsylvania, born and brought up in Kathmandu, by birth I am a Panjabi Indian, but Nepalese by citizenship. Now from the last 30 years I am American. I speak four languages, my life has been very unique. I come from an affluent rich family and coming to USA was a beautiful culture shock. I had to learn a lot, had to learn how to speak the language, had to learn accent. I went to US to get married, and it was a strictly arranged marriage, so I had with my husband three brief meetings and that was it. It was all planned organized by the family, it was within relationship, so I was hoping everything would be fantastic, but it was a bit of a rocky road, a struggle, because I was kind of a northpool, he was a southpool and him being also being navy army kind of a guy – very strict and regimented, I was a very free spirited who used to love singing and dancing and full of life. Hiking, biking, trekking I was an outdoor kind of a girl.

Going to USA I had to change my lifestyle altogether. First I was seen as some alien from a kind of third world country, so it was quite a challenge, that was not what Nina is all about I am not an alien, who knows nothing. So I had to proof it to myself and my community and my new familiy. So I put myself through school, went for years to business school, then did some business, made some money and I had kids in the meantime: it was rough raising two children focusing on my career and that was not good enough for myself, I was a very ambitious woman and I started going back to school for a doctor of pharmacy at the age of 37, I graduated 6 years later. It was very rough again, because my environment expected somehow to be a perfectionist. My husband was a perfectionist as my mother in law. It was rough raising to children, trying to make them to two beautiful kids, at the same time keep my husband happy – serving him, serving my mother in law, serving the kids, so pretty much I found myself serving the world and somehow I forgot to take care of myself.  So yes, here comes the menopause, unfortunately like in very woman’s life, so the hormones takeover and I was totally burned out to a point that I felt crushed. My relationship with my husband was very civil, but we had nothing in common, we were like two strangers under the same roof. Three times I thought about divorcing him, but then looked at the children and I just couldn’t do it. For the kids I just stayed in the relationship and it was very rough trying to keep a balance not to show it to the kids, that there was any kind of struggle at home. We would never fight in front of the children.

You know when menopause came, I find my kids leaving the nest going to college, there was an emptiness. The combination of the emptiness and the menopause and not having the greatest marriage and on the other side so many expectations of the community the society and financial that stress sort of killed, it pretty much changed me.

It was very bad. I really lost my own identity. I did not even know who I was at that point. The person who was a good mum, good wife, I always had a very powerful job, I was managing 85 people, so having all that and here I find myself totally crushed. The children are gone, the marriage sucked, it was bad. I asked my children, I sat them down I asked my son. “You know my marriage is not been the greatest. How would you feel if I told you that I would like to divorce your father?” his answer was: “Mum, why didn’t you do it 15 years ago?” Even though we didn’t express any anger or frustration at home somehow the kids observe it. I did not expect that at all this kind of answer, and I spoke to my daughter about the same thing and she says: “Mum I know, worked so hard all your life, but you don’t seem happy with yourself, you have only one life to live mum, you do what makes you happy!”

Yvi: What makes you happy?

Nina: I wanted to be like I was in my childhood. The freespirited person who wants to dance, who wants to sing, whenever she wants to sing. Go hiking, biking….I don’t wanna ask. It is rough when you constantly ask for permission to do those things. And not only that permission, there is no time to do that. I feel like I lost my life. It was a rough decision and I decided to break up. Divorce after 30 years of marriage.

 

Yvi: What does that mean for Indian and Nepalese culture?

Nina: It is a tabu. In Indian culture and in nepalese culture. It took a lot. It is funny a lot of my friends came to me and said “I admire your guts Nina!” Alot of women in our community probably would wanna do the same thing, but who haven’t had the courage to do it. So I did it. Then the emotional balance was extremely rough. So I started going towards yoga, as the unity between mind and body and your soul. I thought maybe that would help me so I pursued with Isha foundation and Sadguru, but it was so rough, because I was constantly so angry at myself for doing what I did. I think the major reason for my divorce was that I lacked that companion.

You know every girl has a dream of falling in love….that fantasyworld never happened to me. I never had any boyfriend before I got married and even after I got married the love was never there. So sadly to say, but in 30 years I could never say to my husband once “I love you”.

 

Even though it was a civil relationship, the love part was not there. I was lacking that friend. I thought a lot “if 30 years of my life, I have spent like this, do I wanna spent another 30-40 years with this kind of relationship without the kids around anymore? So that is the reason why I decided to move on. And here comes another guy.

 

I knew this guy for the last 15-20 years, very good friend of mine, I kind of got very attracted to him, and he was also single and available. We had a good talk and we klicked a lot in the beginning and we started dating. It was beautiful, he made me laugh a lot, he did the same thing that I did, hiking, biking, nature, singing, dancing so it was really beautiful, but then kind of reality kicked in again. I thought he was the man of my dream, we were so alike with our personalities . I was also very selfmade woman, very independent always in power, in charge and he is the same guy. He came in this country with two dollars  and he made millions out of that. He is very proud of who he is, very reputable in the society. And I think we are so similar that our personalities started clashing.

Yvi: What clashed?

Nina: It was always like what he wanted, when he wanted how he wanted. And Nina had a very hard time digesting this.

 Yvi: What is the status quo at them moment with your boyfriend, because in the beginning you said you are single?

Nina: We have been together for almost a year now, but from last six months it has been nothing but fights. It is all about what he wants, when he wants, how he wants, I feel like dictated, and we are 30 years apart (he is 82) so I feel like treated as a child, he tells me what and when to do. What not to do and what I should be doing. And secondly whenever we have plan to go somewhere it is all about his way without even asking me.

Yvi: So he posesses you?

Nina: Very possesive. He is a nice guy, but he thinks he is god, the angel of the community, that he is born to do good for everyone. He is always trying to please people to a point that he is ready to let go of women that he let go.

Yvi: So what does it mean for you now, for your inner life?

Nina: I am having a hard time digesting. He likes to be in contact with his Ex despite me telling him that it does not make me comfortable the way he handles those women.  But he does not want to understand. I feel constantly angry with big emotional pain. I do not know how to take care of it.

Yvi: I met and spoke to Jessica Walker a fantastic wise theatre director, actor and yoga teacher, she says “Come back to yourself!” (see the interview here). You have this feeling of anger, you feel lost, you want a companion, it does not work at the moment, so what is important now in life for you?

Nina: Yes. I need to come back to my own self.  It is sad, because the reason I divorced my husband, I lacked that romance,  that companionship, I thought that new man would be just that, but just that I feel crushed, because all he is doing is to control me, the love is not there, the romance is not there. Whatever reason I left y ex-husband for those things are not there here either. Sad!

Yvi: So now you are here finding out for yourself what makes you happy besides being in contact with this kind of relationships.

Nina: Yes I came to the point with the guy that I thought that I have a mental disorder, so I told the guy to go away. And he did not like that idea, I thought why am I running away and from what and why.

Yvi: Could it be that you run to yourself with doing Vipassana mediation here at Osho?

Nina: Yes. I heard about a bit about Vipassana and I learn it and one thing I get out of Vipassana is awareness of your own mind, your body your thoughts. Basically learning about your own self. And if I am aware of my own being, hopefully that will help me manage my anger. And my pains.

Yvi: You come from a family with money and now you are staying here with this community some people seem to be a little bit crazy, they are freespirited, seem poor, how is it for you?

Nina: Fortunately enough my father was an affluent man and  then me working and with my husband we both made decent money I had a very comfortable decent life there as well, but you know I see back I look back and say “What caused all this distraction was partly me running after my career trying to make money to prove to people  that “Yes I can be a doctor, I can make decent money.” So that money is somehow now I really getting turned off by. Coming back to nature, today here I went for hiking down the waterfalls I think is one experience of my lifetime. I have never done it in the past, it was mud, dirt, leeches.  Rain and all stuff that all uncomfortable things you can imagine I was doing it, but I was laughing and enjoying as if like a child. My child was brought out in me. It was the best experience of my life today and there is no money here no fame, nothing. Just hanging out with countryfolks. And in a small like the tinyiest hut of the hut I am having a cup of hot tea with all these cute people around me.  A wonderful experience – money cannot buy this at all!

I reached to that stage in my life, I just want to make enough money, that I can survive. Beyond that I am not interested, I have saved enough for my kids, I can get them married, giving them good education, have enough to retire, no decent living, but I am done running after the money. Coming here to Vipassana was a fantastic experience, I think I am going continue pursuing, wanna learn more about it, wanna continue with yoga and Vipassana and hopefully sooner or later I get over my hormonal imbalance. As far as with this man, I don’t know. Being a perfectionist, I always feel like no matter what you do, first you have to give your 100 percent. First I take care of my angermanagement, my emotional pains, once I am done hopefully successful then I am going to reevalutate my relationship with this guy. I am going to give him a second chance.  I wanna be fair to myself and to him I will give him my 100 percent, because I really liked him, and I was able to tell him I love you.

Mucho Love Yvi,

& You can also listen to Ninas Interview here!